Kommt es zu einem Eisenmangel, besteht im Körper des Menschen ein Ungleichgewicht: Es wird zu wenig Eisen aufgenommen – der Bedarf im Körper ist größer. Möglich ist auch, dass der Körper Eisen verliert, wofür wiederum verschiedene Ursachen infrage kommen. Doch welche Faktoren begünstigen allgemein einen Eisenmangel?

Erhöhter Bedarf an Eisen

Zu verschiedenen Zeiten des Lebens kann ein erhöhter Bedarf an Eisen im Körper vorherrschen. Das ist beispielsweise während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit der Fall. Auch Kinder und Jugendliche haben einen hohen Bedarf, vor allem in den Wachstumsphasen braucht der Körper sehr viel Eisen.

Erhöhter Verlust

Möglich ist überdies, dass der Körper zu viel Eisen verliert. Gerade bei Frauen besteht das Problem in sehr starken Menstruationsblutungen, während derer sie viel Eisen verlieren. Infrage kommt auch der Befall des Körpers mit bestimmten Parasiten, die das Eisen regelrecht aus dem Körper ziehen. Über die Nahrungsaufnahme kann der so hohe Bedarf nicht mehr gedeckt werden.

Ein erhöhter Verlust von Eisen kann auch durch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes auftreten. Kommt es in diesem Bereich zu Blutungen, so verliert der Körper übermäßig viel Eisen, welches nicht in ausreichender Menge über die Nahrung wieder zugeführt werden kann.

Hinweis

Wer „nur ein bisschen probiert“ und nicht recht über die ideale Nahrungszusammensetzung Bescheid weiß, nimmt auf Dauer zu wenig Eisen zu sich

Eisenarme Ernährung

Viele Menschen ernähren sich zu einseitig, leben vegetarisch oder gar vegan. Wer „nur ein bisschen probiert“ und nicht recht über die ideale Nahrungszusammensetzung Bescheid weiß, nimmt auf Dauer zu wenig Eisen zu sich. Es ist keineswegs so, dass eine fleischlose Ernährung zwingend zu einem Eisenmangel führt. Das Eisen im Fleisch ist für den Körper gut verfügbar, kann aber durchaus über eine geeignete pflanzliche Ernährung ersetzt werden. Auch zu wenig grünes Gemüse begünstigt einen Eisenmangel.

Eine eisenarme Ernährung liegt häufig in Diäten oder Hungerkuren begründet. Wer zum Beispiel an einer Essstörung leidet oder bewusst regelmäßige Fastenzeiten einhält, führt seinem Körper während dieser Zeit nicht ausreichend Eisen zu. Die Folge kann sein, dass es zu einem Mangel kommt. Sind Diäten aus medizinischen Gründen notwendig, so sollte im Rahmen der Erstellung eines Blutbildes immer auch der Eisenwert betrachtet werden, um hier rechtzeitig reagieren zu können.

Gestörte Aufnahme von Eisen im Körper

Teilweise kann der Körper krankheitsbedingt nicht genügend Eisen aufnehmen. Dann wird zwar über die Nahrung ausreichend Eisen zugeführt, jedoch ist der Körper nicht in der Lage, dieses auch zu verwerten. Infrage kommen hier unter anderem Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder auch ein Vitamin C Mangel. Ohne Vitamin C kann der Körper Eisen nur sehr schlecht aufspalten und verwerten. Der Mangel an diesem Vitamin C geht daher fast zwangsläufig mit einem Mangel an Eisen im Körper einher.

Erkrankungen

Neben den bereits erwähnten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und dem damit verbundenen Verlust an Eisen, kann auch ein Zerfall der roten Blutkörperchen Schuld am Entstehen einer Eisenmangelanämie sein. Diese Erkrankung ist allerdings sehr selten. Die roten Blutkörperchen zerfallen hier innerhalb der Gefäße, was als Hämolyse bezeichnet wird. Über den Urin wird der rote Blutfarbstoff ausgeschieden – gemeinsam mit dem Eisen. Dauert diese Erkrankung länger an, kommt es zu einem Eisenmangel im Körper.

Bei einigen Menschen liegt ein Mangel an Magensäure vor, was als Sub- und Anazidität bezeichnet wird. Dieses Problem kann nach einer Operation im Magen-Darm-Bereich vorkommen. Auch entzündliche Erkrankungen des Darms oder eine beschleunigte Magen-Darm-Passage der Nahrung begünstigen das Entstehen eines Eisenmangels.

Eisenmangel oder Eisenmangelanämie?

Der Körper leert zuerst die Eisenspeicher, danach kommt es zu einer Eisenmangelanämie. Erkennbar wird dies durch das Anfertigen eines Blutbildes, bei dem der Eisenspeicherwert im Fokus steht. Tendiert dieser nach unten, so liegt bereits ein Mangel vor, aus dem sich bei fehlender Behandlung eine Anämie entwickeln kann. Die Eisenmangelanämie kann zahlreiche Erkrankungen nach sich ziehen und ist daher unbedingt behandlungsbedürftig.