Schätzungen zufolge leiden weltweit durchschnittlich 25 Prozent an einem Eisenmangel. Frauen sind aufgrund von Menstruation sowie Schwangerschaften und Stillperioden stärker gefährdet als Männer (ca. 3 Prozent).
Eisen ist für die Blutbildung und Sauerstoffversorgung unabdingbar und stellt als essenzieller Mineralstoff die Leistungsfähigkeit des Körpers sicher. Im Blut bindet Eisen Sauerstoff und gewährleistet so den Transport des Sauerstoffs, der bei Bedarf an die einzelnen Körperzellen abgegeben wird.

Bei Eisenmangel kommt es zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung und somit eingeschränkten Funktion der Körperzellen. Zudem wird bei Eisenmangel die Hämoglobinsynthese gestört. Hämoglobin ist ein zentrales Molekül des roten Blutfarbstoffs und spielt eine bedeutende Rolle bei der Bildung der Erythrozyten (roten Blutkörperchen). Langfristig beeinträchtigt ein Eisenmangel entsprechend die Erythropoese (Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen) und bedingt eine Blutarmut (Eisenmangel-Anämie)

Hinweis

Die WHO schätzt, dass weltweit zwischen zwei und vier Milliarden Menschen an Eisenmangel leiden

Der tägliche Eisenbedarf

In aller Regel befinden sich 3 bis 4 g Eisen im menschlichen Organismus. Ein Großteil des Eisens befindet sich gebunden an Hämoglobin oder an das Transporteiweiß Transferrin im Blut. Hämoglobin ist ein ringförmiges Molekül, das über Eisen Sauerstoff bindet und diesen zu sämtlichen Körperzellen transportiert. Transferrin hingegen bindet das im Blut frei verfügbare Eisen und transportiert dieses zu den körpereigenen Depots bzw. mobilisiert das Spurenelement aus diesen.

Da Eisen während des Abbauprozesses vom Körper nicht ausgeschieden, sondern wiederverwertet wird, ist die benötigte tägliche Eisenmenge nicht sehr hoch. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Eisenversorgung erfordert der menschliche Organismus pro Tag durchschnittlich 1 mg Eisen. Schwangere Frauen weisen einen erhöhten Eisenbedarf von täglich 2 bis 4 mg im ersten Trimester und 3 bis 6 mg im dritten Trimester auf. Allerdings können lediglich nur etwa bis zu 20 Prozent des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens im Dünndarm resorbiert werden, weshalb eine über die Bedarfsmenge hinausgehende Eisenaufnahme gewährleistet werden sollte.

Wie macht sich ein Eisenmangel bemerkbar?

Innere eines BlutgefäßesDa eine unzureichende Eisenaufnahme zunächst durch die Körperreserven kompensiert werden kann, manifestieren sich die ersten Symptome vergleichsweise spät. Bei Erschöpfung der körpereigenen Depots ist die Bildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark beeinträchtigt. Es kommt zu einer Blutarmut, die sich anhand von Erschöpfung, Müdigkeit, Nervosität, Gereiztheit, Kälteempfindlichkeit (Störung der Wärmeregulation) sowie anhand eines Leistungsabfalls zeigt.

Im weiteren Verlauf kommen blasse Haut, Schwindel, Kurzatmigkeit, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Beeinträchtigungen der Magen-Darm-Tätigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit, rissige Lippen, Schluckbeschwerden, starker Hausausfall, brüchige Nägel sowie Sodbrennen hinzu.

Bei einem ausgeprägten Eisenmangel zeigen sich Ohrgeräusche, Visusbeeinträchtigungen, Atemnot, Herzrasen, Brustschmerzen sowie ausbleibende Menstruationsblutungen. Eisenmangel kann darüber hinaus ein sogenanntes Pica-Syndrom bedingen, das mit dünner werdenden und verformten Fingernägeln sowie nächtlichen Muskelkrämpfen im Beinbereich einhergeht. Ein starkes Verlangen nach Eis oder Stärke sind charakteristische Anzeichen eines Pica-Syndroms.

Mögliche Anzeichen von Eisenmangel:

 

Erschöpfung

Nervosität

Blasse Haut

Brüchige Nägel und Haare

Müdigkeit

Gereiztheit

Kälteempfindlichkeit

Rissige Lippen

Die Diagnose von Eisenmangel

BlutabnahmeDer Verdacht auf Eisenmangel resultiert aus den oben genannten charakteristischen Symptomen. Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung kann der Arzt die Innenseite des Augenlids kontrollieren. Fehlt hier die typische Rotfärbung, kann dies auf eine verminderte Konzentration von Eisen im Blut hinweisen.

Abgesichert wird die Diagnose im Rahmen einer Blutuntersuchung. Hierbei wird die Konzentration des Speicherproteins Ferritin im Serum bestimmt. Bei einem Ferritinwert unter 15 µg/l sind die körpereigenen Reserven vollständig erschöpft und es liegt ein Eisenmangel vor.

Da Ferritin bei Entzündungen und Leberschädigungen vermehrt ausgeschüttet wird, werden zusätzlich der Entzündungsparameter CRP (c-reaktives Protein) sowie die ALAT (Alanin-Aminotransferase), die als Indikator für Leberschädigungen gilt, bestimmt.

Ist einer dieser Werte erhöht, ist der Ferritinwert kein verlässlicher Diagnoseparameter. In diesen Fällen wird zusätzlich die Transferrin-Sättigung (Quotient aus Eisen- und Transferrinkonzentration) bestimmt. Eine verminderte Transferrin-Sättigung (unter 10 Prozent) gilt als ein Hinweis auf das Vorliegen eines Eisenmangels.