Anstatt ihr Glück als frisch gebackene Mutter mit dem Baby im Arm in vollen Zügen genießen zu können, haben etwa 15 Prozent aller Wöchnerinnen mit postportalen (vorher postpartal) Depressionen zu kämpfen. Während der sogenannte „Baby-Blues”, den zwischen 50 und 70 Prozent aller Mütter erleben, nach nur wenigen „Heultagen” wieder verfliegt, handelt es sich bei der Wochenbettdepression um ein ernst zu nehmendes Krankheitsbild, das in erster Linie bei Erstgebärenden auftritt.

Symptome einer Wochenbettdepression

Betroffene Frauen bemerken zuerst eine gewisse Empfindlichkeit und Reizbarkeit an sich. Häufig fühlen sie sich zudem äußerst müde und schlapp und nicht in der Lage, ihren Alltag zu meistern. Aus heiterem Himmel werden sie immer wieder – scheinbar grundlos – von heftigen Heulkrämpfen erfasst und ihre Stimmung überschattet eine tiefe Traurigkeit. Ebenso klagen viele Mütter, die an einer Wochenbettdepression leiden, über Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. In schweren Fällen äußerst sich eine postportale Depression sogar durch Halluzinationen und Angstzustände.

Warum manche Mütter ihr Baby-Glück nicht genießen könnenFrau hält Baby im Arm

Nach der Geburt ihres Kindes werden Frauen mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert: Plötzlich müssen sie 24 Stunden am Tag für ein hilfloses Baby verfügbar sein und angemessen sorgen. Ebenso fordert häufig der Schlafmangel seinen Tribut. Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Belastung durch den Milcheinschuss und eventuelle Stillprobleme. Besonders schwierig empfinden diese Umstände Frauen, denen es an sozialer Unterstützung durch den Partner, die Familie oder einem Freundeskreis mangelt.

Die wichtigste Rolle bei der Entstehung von Wochenbettdepressionen spielt jedoch die hormonelle Umstellung nach der Schwangerschaft. Der Körper ist jedoch nur dann zu einer optimalen Regulierung des Hormonhaushalts in der Lage, wenn er über ausreichende Eisenvorräte verfügt. Eisen ist nämlich nicht nur für den Sauerstofftransport unentbehrlich, sondern auch wichtiger Bestandteil von Substanzen, die die Hormonproduktion steuern. So hemmt ein Eisenmangel zum Beispiel die Ausschüttung von Glückshormonen.

Hinweis

Wer das Risiko einer Wochenbettdepression möglichst minimieren möchte, sollte bereits während der Schwangerschaft besonderes Augenmerk auf eine ausreichende Versorgung mit Eisen legen. Dann kann der Körper auch den Blutverlust durch die Geburt leichter kompensieren.

Was tun bei Verdacht auf Eisenmangel?

Frauen, die an sich Anzeichen einer postportalen Depression feststellen, sollten möglichst rasch ihren Hausarzt oder Gynäkologen kontaktieren und dabei konkret auf die Möglichkeit hinweisen, dass ihrem psychischen Befinden eventuell ein Eisenmangel zugrunde liegt. Aufschluss über die tatsächliche Eisen-Versorgung des Körpers kann dann der Ferritin-Wert geben, der mit einem kleinen Blutbild ermittelt wird.

Abhängig davon, wie ausgeprägt der Eisenmangel ist, wird der behandelnde Arzt eine Therapieempfehlung aussprechen: Manchmal genügt die Einnahme von Eisenpräparaten, zuweilen bedarf es aber auch Eisen-Injektionen oder -Infusionen. Bei den beiden letzten Behandlungsformen, die im Allgemeinen sehr gut verträglich sind, werden die Eisendepots besonders rasch ausgefüllt und die Symptome zeitnah gelindert.

Eisen statt Antidepressiva

Werden die möglichen Ursachen für eine Wochenbettdepression nicht ausreichend analysiert, so laufen betroffene Frauen Gefahr, unnötigerweise mit Antidepressiva behandelt zu werden. Diese Medikamente mit teils schweren Nebenwirkungen können jedoch nur die Symptome lindern. Einen möglichen schweren Eisenmangel beheben sie nicht.

Die häufigsten Symptome einer Wochenbettdepression:

  • Empfindlichkeit & Reizbarkeit

  • Heulkrämpfe

  • Tiefe Traurigkeit

  • Appettitlosigkeit

  • Schlafstörungen