Eisen (Ferrum) im menschlichen Körper – winzig, aber unverzichtbar

Eisen gehört neben Jod, Kupfer, Selen und Zink zu den wichtigsten Spurenelementen im menschlichen Körper. Diese Spurenelemente sind für die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen zwingend notwendig. Aufgrund der vergleichsweise hohen Eisenmenge und deren Aufgaben im Organismus kommt diesem Element eine besondere Bedeutung zu.

Verteilung und Aufgaben von Eisen im Körper

Wie alle Vorgänge im menschlichen Organismus, so ist auch der Eisenhaushalt ein fein ausbalanciertes System. Insgesamt enthält ein gesunder menschlicher Körper etwa 5 Gramm des Spurenelements, die sich über den gesamten Körper verteilen.

Knapp 30 % davon entfallen auf die körpereigenen Reserven und werden in sogenannten Depots gespeichert. Etwa 4 % werden für das Myoglobin benötigt, ein Protein, das für die Übertragung des Eisens vom Blut in die Muskeln verantwortlich zeichnet. Der Löwenanteil mit rund 66 % wird aber vom Hämoglobin beansprucht. Dort sorgt das Eisen für den Transport des Sauerstoffs im Blutkreislauf. Erst durch das Eisen kann sich der frische Sauerstoff mit den Blutkörperchen verbinden und so die Reise durch den Körper antreten. Außerdem zeichnet dieses Eisen für die rote Einfärbung des Blutes verantwortlich.

Empfohlene tägliche Eisenzufuhr

Quelle: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
AlterWeiblich mg / TagMännlich mg / Tag
15 bis unter 19 Jahre15 Milligramm12 Milligramm
19 bis unter 25 Jahre15 Milligramm10 Milligramm
25 bis unter 51 Jahre15 Milligramm10 Milligramm
51 bis unter 65 Jahre10 Milligramm10 Milligramm
65 Jahre und älter10 Milligramm10 Milligramm
Schwangere30 Milligramm
Stillende20 Milligramm

Der Austausch in den Speicherdepots

Mit etwa 30 % Eisenreserven verfügt der Körper im Normalfall über ausreichend Rücklagen, um eine Unterversorgung vorübergehend zu kompensieren. Abgespeichert wird dieses Eisen vor allem in verschiedenen Organen (Leber, Milz), in der Schleimhaut des Darms, im Knochenmark und in den Zellen des Bindegewebes.

Der menschliche Körper verliert täglich Eisen. Allein die rund 120 Millionen roten Blutkörperchen, die pro Minute gebildet werden, benötigen einen großen Teil des Eisens. Auch die Regeneration der Haut, der Verlust von Haaren und der Gang zur Toilette fordern pro Tag rund ein Milligramm des Spurenelements.

Deswegen greift der Körper zunächst auf die eingelagerten Reserven zurück, die aber dann natürlich auch wieder aufgefüllt werden müssen, um den Stoffwechsel im Gleichgewicht zu halten. Weil aber der Organismus kein Eisen selbst produzieren kann, muss die Zufuhr über die Nahrung erfolgen.

EisenbedarfGrafik eines normalen Eisenhaushalts zu Eisenmangelanämie

Bei der täglichen Aufnahme von Eisen spielen Geschlecht, Alter, Körpergewicht und eine eventuelle Schwangerschaft eine Rolle. Bei Kindern genügt bereits eine tägliche Eisenaufnahme von etwa einem Milligramm. Männer benötigen am Tag rund vier Milligramm und Frauen sind mit etwa drei Milligramm gut beraten.

Schwangere Frauen müssen am Tag etwa fünf Milligramm Eisen ersetzen, weil sie durch die Menstruationsblutungen mehr Eisen verlieren. Diese Werte zeigen aber nur die Eisenmenge an, die täglich ersetzt werden muss. Da der menschliche Körper nur einen kleinen Bruchteil der neuen Eisenmenge verwerten kann, liegt die empfohlene Tagesdosis um ein Vielfaches höher. Männer sollten daher rund zehn Milligramm und Frauen etwa 15 Milligramm am Tag zu sich nehmen. Während und nach einer Schwangerschaft verdoppelt sich diese empfohlene Dosis auf 30 Milligramm am Tag.

Folgen eines Ungleichgewichts und Vorbeugung

Das häufigste Ungleichgewicht des Eisenhaushalts ist der Eisenmangel. Die Ursachen für eine Unterversorgung sind in den Industrieländern vor allem eine falsche Ernährung sowie größerer Blutverlust (Unfall, OP). Die Folgen sind dagegen umso vielschichtiger. Die Liste der möglichen Krankheitsbilder durch andauernden Eisenmangel reicht von brüchigen Fingernägeln und Haarausfall über Müdigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu einer gefährlichen Herzmuskelschwäche.

Spezielle Lebensmittel oder besondere Ernährungspläne sind für einen gesunden Eisenhaushalt in der Regel nicht notwendig. Es gilt das bekannte Prinzip der ausgewogenen Ernährung mit wenig Salz, Fett und Zucker, regelmäßig Fisch, Eier und Milchprodukte sowie viel Obst, Vollkornprodukte und reichlich Wasser. Auch mit entsprechenden Zusatzpräparaten lässt sich die ausreichende Zufuhr von Eisen sicherstellen. Natürlich ist auch hier ein maßvoller Umgang angezeigt, um einen Eisenüberschuss mit Gewebeschäden oder Organvergiftungen zu vermeiden. Ein Blutbild kann Aufschluss über den aktuellen Eisenwert geben.

Laden Sie hier kostenlos das E-Book zum Thema Eisen herunter:

Verteilung von Eisen im Körper:

Hämoglobin
Körpereigene Reserven
Myoglobin